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Für Einrichtungen, Forschungspartner und EthikkommissionenWer mit CARLON Equine misst und die Ergebnisse in einem Antrag, einer Studie oder einer Akte beschreiben muss, braucht die Zahlen dahinter. Dieses Dokument nennt jede Filterstufe mit ihrem tatsächlichen Schwellenwert, die Quelle dazu — und ausdrücklich auch die Stellen, an denen ein Wert eine begründete eigene Festlegung ist und kein Literaturwert. Die Werte werden bei jedem Prüflauf gegen den ausgelieferten Code verglichen.
Aufgezeichnet werden RR-Intervalle — die Abstände zwischen zwei Herzschlägen in Millisekunden. Kein EKG-Rohsignal, keine Bild- oder Tonaufnahme, keine Standortdaten.
| Größe | Wert | Anmerkung |
|---|---|---|
| Sensor | Polar H10 | EKG-basierter Brustgurt, in der HRV-Forschung breit eingesetzt |
| Übertragung | Bluetooth Low Energy | Heart-Rate-Profil mit RR-Intervallen |
| Zeitliche Auflösung | 1 ms | Auflösung der RR-Intervalle des Gurts |
| Aufzeichnungsort | Endgerät | Browser oder App der messenden Person; kein Server beteiligt (Abschnitt 5) |
Beim ruhenden Pferd sind Rhythmus-Besonderheiten normal, die bei einer ungefilterten
Rechnung die Kennwerte massiv verfälschen. Die Kette läuft in fester Reihenfolge; jede Stufe
ist unten mit ihrem tatsächlichen Schwellenwert genannt. Alle Werte gehören zum Messprofil
equine-v1 — es wird genau ein Profil mitgeliefert; für andere Tierarten
sind die Werte unbelegt.
Reihenfolge im Code: Die Erkennungsstufen laufen zuerst, der Plausibilitäts-Stempel danach — und zwar mit Absicht: ein Intervall, das als physiologischer Block erkannt wurde, darf länger sein als die reguläre Obergrenze. Ein zuerst gesetzter Plausibilitätsfilter hätte genau diese Pausen weggeschnitten, bevor sie überhaupt als Block erkennbar wären.
Ein Intervall gilt als plausibel zwischen 200 ms (entspricht 300 Schlägen/min) und 8000 ms (7,5 Schläge/min). Jenseits von 12000 ms gilt ein Wert auch als Block-Kandidat als unbrauchbar.
Die obere Grenze wurde bewusst hoch gelegt: ein längstes RR über 4 s kommt bei gesunden, wenig trainierten Pferden häufig vor. Eine engere Grenze würde genau die Pausen wegschneiden, die physiologisch sind.eigene Festlegung Ein publizierter equiner Plausibilitätsbereich existiert nicht.
Wird eine T-Welle fälschlich als eigener Schlag erkannt, entstehen zwei zu kurze Intervalle statt eines richtigen. Erkannt wird das über ein laufendes Median-Fenster (300–3500 ms): Liegt ein Intervall unter dem 0,5-fachen des lokalen Medians und über dem absoluten Minimum von 100 ms, wird es mit dem folgenden zusammengeführt statt verworfen.
Ein etabliertes Verfahren zur Erkennung ektoper und fehlerhafter Schläge über die Verteilung der Intervall-Differenzen. Der Schwellenfaktor beträgt α = 5,2; die Streuung wird über die Quartilsabweichung geschätzt, also robust gegen einzelne Ausreißer.
Der atrioventrikuläre Block zweiten Grades ist beim ruhenden Pferd eine physiologische Erscheinung: ein Schlag fällt aus, das Intervall ist etwa doppelt so lang. Unter Belastung verschwindet er. Erkannt wird er über das Verhältnis zum lokalen Median (Fenster 10 Schläge): Liegt ein Intervall zwischen dem 1,8- und 2,2-fachen und sind die Nachbarintervalle um höchstens 25 % abweichend, wird es als physiologischer Block eingestuft.
Warum das entscheidend ist: Rechnet man solche Pausen roh mit, steigen RMSSD und SDNN erheblich — an echten Aufnahmen wurden bis zu +130 % gemessen. Genau die Marker, die bei kleinen Werten anschlagen, kippen dadurch ins Gegenteil.
Was mit dem Block geschieht — genau: Er zählt nicht in die Artefaktrate und damit nicht gegen die Signalgüte (weder im Zähler noch im Nenner). In der bereinigten Serie wird er dennoch interpoliert wie jede andere Markierung; erhalten bleibt er als eigene Kennzeichnung neben der Serie. Wer die Pausen selbst auswerten will, findet sie also im Datensatz — sie stehen nur nicht in den zeitbasierten Kennwerten.
Jedes Intervall, das eine der Stufen oben als nicht regulär markiert hat, wird über eine kubische Spline-Interpolation (Catmull-Rom) durch die nächstgelegenen regulären Nachbarschläge ersetzt. Es wird also nicht gelöscht, sondern geschätzt — die ursprüngliche Markierung bleibt neben der Serie erhalten.
Das Messprofil führt vier Empfindlichkeitsstufen nach Kubios-Vorbild (0,4 / 0,6 / 0,9 / 1,2 s, gegenüber humanen Werten um den Faktor 3 skaliert). Sie werden im Datensatz als Profilangabe mitgeführt, steuern den Korrekturpfad in der aktuellen Fassung aber nicht: korrigiert wird jeder markierte Schlag, unabhängig von der Abweichungsstärke. Wir nennen das hier, weil ein Methodenteil, der eine nicht angewandte Schwelle als angewandt ausgibt, an genau dieser Stelle prüfbar falsch wäre.
Aus dem Anteil korrigierter Schläge ergibt sich die Qualitätsklasse. Zwei Riegel verhindern, dass aus schlechten Daten ein Ergebnis wird:
| Regel | Grenze | Folge |
|---|---|---|
| Qualität „exzellent" | < 1,0 % | Anteil korrigierter Schlägeeigene Festlegung |
| Qualität „gut" | < 3,0 % | — |
| Qualität „schlecht" | < 10,0 % | — |
| Riegel: keine nichtlinearen Kennwerte | ≥ 5,0 % | DFA, Sample-Entropie und Poincaré-Maße werden unterdrückteigene Festlegung |
| Riegel: gar kein Ergebnis | ≥ 10,0 % | Die Aufnahme wird nicht ausgewertet. Ein publizierter equiner Grenzwert für die Artefaktrate ist uns nicht bekannt; die Grenze ist bewusst konservativ gesetzt.eigene Festlegung |
Für die Spektralanalyse gelten equine Bandgrenzen, nicht die humanen. Ein Pferdeherz schlägt langsamer, entsprechend liegen die Atmungs- und Regulationsanteile bei tieferen Frequenzen.
| Band | Bereich | Quelle |
|---|---|---|
| VLF | 0 – 0,01 Hz | Originärquelle der Bandgrenzen: Kuwahara et al. (1996), J Auton Nerv Syst 60:43–48 (PMID 8884694). Referierend: Visser (2002); Stucke (2015, Review); Wonghanchao (2025) — sie tragen die Grenzen weiter, legen sie aber nicht fest. Die Kennung im Datensatz lautet aus historischen Gründen weiterhin Equine-Visser-2002. |
| LF | 0,01 – 0,07 Hz | |
| HF | 0,07 – 0,60 Hz |
Nicht jede Aufnahme trägt jede Auswertung. Wo die Datengrundlage zu klein ist, erscheint kein Ergebnis — auch keine vorsichtige Schätzung. Eine gerichtet falsche Zahl ist schädlicher als eine fehlende.
| Auswertung | Mindestanforderung | Begründung |
|---|---|---|
| Atemwegs-Einordnung | ≥ 420 s und ≥ 200 Schläge | Die Schwellen stammen aus längeren Ruheaufnahmen und würden auf kurzen Messungen zu häufig anschlagen |
| Individuelle Baseline | ≥ 4 eigene Aufnahmen | Darunter wird der Vergleichswert nicht als „individuelle Baseline" bezeichnet |
| Nichtlineare Kennwerte | < 5 % Artefakte | siehe Riegel oben |
Bezugsarbeit ist Nyerges-Bohák et al. (2025), Equine Veterinary Journal,
DOI 10.1111/evj.14414. Sie vergleicht n = 40 Pferde: 20 mit
schwerem equinem Asthma (sEA), BAL-referenziert, gegen 20 respiratorisch
unauffällige Kontrollen — bei den Kontrollen wurde keine BAL durchgeführt.
Die Arbeit berichtet Gruppenunterschiede und nennt SD2, SDNN, TINN und SD2/SD1 als die
trennstärkeren Größen. Einen diagnostischen Schwellenwert enthält sie nicht.
Unsere Schwellen liegen mittig zwischen den publizierten Gruppenmitteln. Sie sind damit eine begründete Ableitung von uns und kein Literaturwert.eigene Festlegung Kernschwellen: SDNN 55 ms, SD2 65 ms, SD2/SD1 1,50, TINN 300 ms, DFA-α₁ 0,70, Sample-Entropie 0,80.
Bis August 2026 stand hier zusätzlich ein RMSSD-Wert von 95 ms. Er war der Bezugsarbeit zugeschrieben, kommt dort aber nur als 95-%-Konfidenzintervall vor — und er lag über dem Mittelwert der gesunden Kontrollgruppe derselben Arbeit (86,0 ms). Eine Schwelle, die die Mehrheit der gesunden Studienpferde als auffällig markiert hätte, war am eigenen Zitat widerlegbar. Sie wurde gestrichen und nicht ersetzt — Gruppenmittel sind keine Schwellen.
Es handelt sich um eine Einordnung von Messwerten, nicht um eine Diagnose. Die bronchoalveoläre Lavage (BAL) bleibt der Goldstandard. Die Entscheidung trifft ausschließlich die tierärztliche Praxis.
Der Weg der Daten ist Teil der Methode, weil er bestimmt, wer worüber verfügt.
Für eine Datenschutz-Folgenabschätzung heißt das: Zwischen der messenden Person und der empfangenden Einrichtung steht kein Dienst von uns. Welche personenbezogenen Angaben eine Aufnahme trägt, entscheidet die aufzeichnende Stelle — die Datei selbst führt keine Kontaktdaten mit.
Jeder ausgegebene Kennwert trägt einen Herkunftsvermerk: ob er von der aufzeichnenden App berechnet und durch die Filterkette geführt wurde, oder ob er hier aus der Rohserie abgeleitet ist. Fehlt der Vermerk, wird die Filterkette nicht behauptet — dann steht im Bericht ausdrücklich, dass die Werte ungefiltert sind und nicht gegen Referenzwerte gestellt werden dürfen.
Das ist keine Formalie. Ein Dokument, das eine Artefaktkorrektur ausweist, die nie gelaufen ist, lässt rohe Werte wie geprüfte aussehen — und beim ruhenden Pferd liegen rohe und bereinigte Werte weit auseinander (siehe die +130 % oben). Deshalb gilt: Die Artefaktkorrektur wird nur dort genannt, wo sie tatsächlich stattgefunden hat.
Der ausgegebene Bericht nennt in einem eigenen Abschnitt „Methode & Grenzen" die tatsächlich gelaufene Kette samt Quellen. Rohdaten (RR-Serie) lassen sich jederzeit als JSON, CSV oder Kubios-kompatibel exportieren, sodass jede Rechnung unabhängig nachvollzogen werden kann.
Getrennt nach dem, was eine Arbeit bei uns wirklich trägt. Eine Arbeit, die zum Thema passt, aber die zitierte Aussage nicht enthält, steht hier nicht als Beleg — sie wäre schädlicher als eine fehlende Quelle.
Eine Prüfung aller Quellenangaben gegen die Primärarbeiten hat mehrere Zuschreibungen nicht bestätigt. Betroffen waren unter anderem: die Herkunft der RMSSD- und SDNN-Bänder (Stucke 2015, von Borell 2007, Ille 2014 — keine dieser Arbeiten trägt sie), ein Ruhe-Herzfrequenz-Bereich, eine Artefaktgrenze und eine Zuverlässigkeitsangabe, deren angebliche Quellen sich nicht auffinden ließen. Eine Angabe war in unserer Fassung in Titel, Journal und Seitenzahl frei erfunden. Die betroffenen Zahlen sind entweder gestrichen oder stehen jetzt überall dort, wo sie erscheinen, als eigene Festlegung — keine wurde einer Ersatzquelle zugeschrieben.